Überreste des womöglich gescheiterten Systems zur Erhebung der LKW-Maut eignen sich bestens zur Überwachung und Erfassung des gesamten Verkehrs auf deutschen Autobahnen. Wenn die von Verkehrsminister Stolpe ausgesprochene Kündigung des Vertrages mit Toll Collect tatsächlich wirksam wird, könnte die Innenministerien der Länder ein starkes Interesse an einer Übernahme der 300 auf deutschen Autobahnen installierten Kontrollbrücken haben.

Gedacht waren die mit Kameras und Kennzeichenerkennung ausgestatteten Brücken der Firma Vitronic zur Erkennung und Erfassung von Maut-Prellern, also LKWs, die ohne On-Board-Unit und ohne manuelle Einbuchung auf der Autobahn unterwegs sind. Diese Erfassungssystem sind ursprünglich für die massenhafte Kontrolle von Kraftfahrzeugen konstruiert worden und auch das in dem Mautbrücken eingesetzte System erfasst entgegen der ursprünglichen Ausschreibung alle vorbeifahrenden Kraftfahrzeuge.
Ein Infrarotkamera nimmt auf allen Fahrspuren gleichzeitig die Bilder der Kraftfahrzeuge auf und extrahiert durch eine sehr schnelle Schrifterkennung die Autokennzeichen der Autos und Lastwagen.
Die Innenministerkonferenz hat bereits Ende 2003 laut darüber nachgedacht, ob man nicht den Ländern die gesetzliche Grundlage für eine Kontrolle des gesamten Fahrzeugverkehrs mit Ableich der Fahndungsdatenbank oder zu Routinekontrollen an die Hand geben soll. Entsprechende Experimente in Bayern und Thüringen sind schon "erfolgreich" abgeschlossen worden. Die rechtliche Grundlage für diese Feldversuche fehlte jedoch.
Um eine derartige Nutzung der Mautbrücken auszuschließen, müssen diese umgehend demontiert werden.