Transfair-Kaffee bei Lidl und AirBerlin

12.04.06
Rubrik: fundsachen

Das Transfair-Siegel steht für Produkte, die zu "festgelegten fairen Bedingungen gehandelt" werden. Besonders bei Kaffee ist dieses Label bekannt, da sich auch nach Deutschland herumgesprochen hat, unter welchen Bedingungen normalerweise die Kaffeebauern in den Erzeugerländern arbeiten müssen. Neuerdings finden sich Produkte mit dem Gütesiegel für faire Arbeitsbedingungen auch in den Regalen des Lebensmitteldiscounters Lidl, Kaffee mit dem Transfair-Siegel wird bei der Fluggesellschaft AirBerlin ausgeschenkt.


Fair gehandelte Produkte machen sich gut, wenn man von den eigenen Arbeitsbedingungen ablenken will. Lidl steht unter besonderer Beobachtung der Gewerkschaft verdi, die im letzen Jahr sogar eigens ein 'Schwarzbuch Lidl' veröffentlicht hat und darin über die Arbeitsbedingungen und den Umgang von Vorgesetzten mit dem Personal klagt. So gibt es Berichte aus tschechischen Filialen, wo Verkäuferinnen angewiesen worden sein sollen, ein Stirnband zu tragen, wenn sie ihre Tage haben, um auch außerhalb der Pausenzeiten zur Toilette gehen zu dürfen.


Auch AirBerlin-Chef Hunold ist nicht zurückhaltend, was seine Meinung über betriebliche Mitbestimmung und Arbeitnehmerrechte angeht. "Die Gewerkschaften beschuldigen Air Berlin, von den Mitarbeitern zu lange Arbeitszeiten zu fordern und ihnen zu wenig Ruhepausen zu gewähren. Bei Air Berlin herrsche ein Klima von Druck und Angst [..]" schreibt Flora Wisdorff im Tagesspiegel


Mit dem Transfair-Siegel können diese Firmen nun endlich mit fairem Umgang mit den Mitarbeitern werben. Zumindest mit den Kaffeebauern. Ob Transfair das nicht wenigstens ein wenig unheimlich wäre, wollte ich von deren Pressesprecherin wissen. Nein, denn Transfair ist nur ein Siegel für die Produkte, nicht für die Läden, die die Produkte verkaufen. Auch ohne das offizielle Siegel könnten die Geschäfte fair gehandelte Produkte verkaufen. Aber mit dem bekanntem Gütesiegel verkauft sich der Kaffee halt besser. Transfair scheint das Treiben von Lidl und AirBerlin nicht ganz so schlimm zu finden: auf der Webseite finden sich die Pressemitteilungen zu den neuen Abnehmern.


Kann man von einer Organisation wie Transfair erwarten, dass sie auch die Arbeitsbedingungen in den Verkaufsländern im Auge behält, wenn mit dem angesehen Label geworben wird und der Verdacht besteht, dass jemand sein Saubermann-Image pflegen will?

von 0 auf 35 Grad Celsius

01.02.05
Rubrik: fundsachen

Die Kälte und der fiese Eisregen hat mich dazu bewogen, die ökologisch und wirtschaftlich womöglich größte Katastrophe in Brandenburg zu besuchen.

Mitten in der Brandenburger Pampa steht die ehemalige Werft für Transportluftschiffe und soll täglich über 6000 Besucher anlocken. Dem modernen, flexiblen Lebensrythmus angepasst, hat das Tropenparadies rund um die Uhr geöffnet. Ab 21 Uhr kostet der Eintritt nur noch 7,50 Euro für die ersten vier Stunden. ...

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Dome-Kamera

09.11.04
Rubrik: fundsachen

Ein lustiges ebay-Schnäppchen habe ich im Oktober gemacht: BOSCH BasicDome, eine professionelle, echt amtliche Dome-Kamera, wie sie auch auf Bahnhöfen oder in öffentlichen Gebäuden verwendet wird.
basicdome
Das Teil hat eine RS232-Schnittstelle, über die sich die Kamera positionieren lässt. Nach drei Abenden gefrickel habe ich mir ein kleines Tool gebastelt, mit dessen Hilfe ich mit einem analogen Gamepad die Kamera und Zoom steuern kann.
Wer Infos zur Steuerung dieser Kamera braucht, darf mich gern kontaktieren.

Die Kamera kam dann auch gleich bei der Verleihung des BigBrotherAwards in Bielefeld zum Einsatz. Versteckt irgendwo über der Bühne schwenkte und zoomte die Kamera ins Publikum und zeigte auf einem Videobeamer, wie jemand im Publikum auf seinem Telefon SMS tippte oder der Reißverschluss einer Hose offen stand.

Informationsfreiheitsgesetz

31.08.04
Rubrik: fundsachen

Die rot-grüne Regierung versucht seit Amtsantritt, das Informationsfreiheitsgesetz durchzudrücken. Einige Bundesbehörden wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Derzeit hat das Gesetz aber ganz gute Chancen...
In Berlin gibt es bereits seit 1999 ein Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Das IFG dreht die Last der Begründung für eine Aktenauskunft um und versetzt den Bürger in die bequeme Situation, dass die Behörde begründen muss, warum sie eine Auskunft versagt.
Das will ich doch gleich mal testen..

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Raus aus dem OPAL-Ghetto

26.04.04
Rubrik: fundsachen

UPDATE:
Das Quartiersmanagement Boxhagener Platz hat in "enger Abstimmung mit der Telekom" eine sehr aktuelle Liste des OPAL-nach-Kupfer-Umbaus veröffentlicht.
Kaum gibts bei mir in der Straße DSL, habe ich auch schon gewisse Mühe, dass sich mein Laptop in mein Netz einbucht. Das ist nämlich abgesichert, im Vergleich zu den beiden anderen hier...


JUUUHUUU!! Nach nur vier Jahren hab ich endlich DSL bekommen.
OPAL (=optische Anschlussleitung, Glasfaser) wurde nach der Wende vor allem in den östlichen Bundesländern und im Ostteil Berlins verlegt. Sehr innovativ und eigentlich viel besser als Kupferkabel.

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Kontrolleure nerven

10.03.04
Rubrik: fundsachen

Ich persönlich empfinde Fahrkartenkontrollen in den öffentlichen Verkehrsmitteln als eine Belästigung. Geradezu unverschämt. Etwa so, als wenn ich im Restaurant vor der Bestellung gefragt werde, ob ich denn auch genug Geld dabei hätte. Natürlich habe ich einen Fahrschein. Und wenn nicht, dann ist das keine Absicht. Oder ich kann mir keinen leisten - dann werde ich auch nicht das "erhöhte Beförderungsentgelt" entrichten können.

Um den Kontrolleuren zu zeigen, wie nervig ihr Auftreten ist, hat die BVG in ihrer Kundenbroschüre einen Tipp veröffentlicht.


BVG Ausweis

Neben richtigen BVG-Mitarbeitern kontrollieren auch Firmen im Auftrag der BVG vor allem in zivil die Fahrausweise in Bussen und Bahnen. Diese sind an den Ausweisen zu erkennen.
"Lassen Sie sich zur Sicherheit auch den Firmenausweis des beauftragten Unternehmens zeigen". Gute Idee. Den haben die meisten Kontrolleure nicht griffbereit oder müssen ihn umständlich aus ihrer Hülle fummeln. Selbstverständlich darf man auch die Echtheit der gezeigten Ausweise anzweifeln.

Disclaimer-Wahn auch in Europa?

06.02.04
Rubrik: fundsachen

Dass in den USA vor jeder noch so offensichtlichen Tatsache gewarnt wird ("Vorsicht, der Kaffee im Becher ist heiß", "Bitte keine Haustiere in der Mikrowelle trocknen") , daran haben wir uns bereits gewöhnt. Auch der Hinweis für Allergiker, dass ein Produkt Nüsse enthalten kann, ist sicherlich angebracht. Aber das hier finde ich doch schon sehr erstaunlich:

kann Nuesse enhalten

Update:
Im Januar wurden in den USA die "True Stella Awards" verliehen. Eine Auszeichnung der unglaublichsten Schadensersatzklagen in den USA. Zum Beispiel der heiße Kaffee...

BSR hat ein Herz für Kiffer

15.01.03
Rubrik: fundsachen

Die Berliner Stadtreinigung meint es gut mit den Freunden der Sportzigarette. Oder einige Freunde der BSR meinten es gut mit...
machs rein